Ziel dieser Untersuchung ist es, erste Schritte zur Erforschung der Verflochtenheit von Ideen und Interessen in Webers historisch-vergleichenden Schriften zu unternehmen, und zwar durch eine Rekonstruktion seiner Analyse des Ursprungs "außerweltlicher" Erlösungsreligionen. Dabei zeigt sich eine "dynamische Eigengesetzlichkeit" der Ideen, die ihre Wurzel in der wiederholten gedanklichen Auseinandersetzung mit dem "Problem des Leidens" sowie in wechselnden Konzeptualisierungen der "übernatürlichen Mächte" hat. "Die protestantische Ethik", die nach Weber die Entstehung des modernen Kapitalismus wesentlich beeinflußt hat, verdankt sich teilweise diesem "eigengesetzlichen" Prozeß. Dennoch betont Weber, daß für ein Voranschreiten der "religiösen Entwicklung" auf jeder Stufe förderliche Konstellationen ökonomischer, politischer und herrschaftlicher Kräfte unerläßlich sind.
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