Gabriele Goldfuß, "Frauen machen Buddhismus. Vom unaufhaltsamen Wandel einer Religion am Beispiel Taiwans", in: ZfR 8, 2000, 125-141.

Der taiwanesische Buddhismus unterlag im 20 Jahrhundert vielfältigen, tiefgreifenden Veränderungen. Eine der zahlreichen Wandlungen betrifft auch den zunehmenden Frauentrend. Von den ungefähr 30.000 buddhistischen Nonnen und Mönchen sind mittlerweile mehr als zwei Drittel Frauen. Dieses Verhältnis ist nicht nur einmalig in der Geschichte des chinesischen Buddhismus, sondern auch in der Geschichte des Buddhismus überhaupt. Mit großem Selbstbewußtsein stellen die heutigen taiwanesischen Nonnen, die sich vorwiegend erst nach der Beendigung einer Ausbildung ganz dem Buddhismus zuwenden, traditionelle Stereotype von der unter familiärem oder finanziellem Druck erfolgten Zufluchtnahme oder eigener Unbildung in Frage. Im organisatorischen, karitativen und im Bildungsbereich gelingt es immer mehr Frauen, innerhalb der buddhistischen Gemeinschaft eigene Akzente zu setzen und dabei auch Aspekte der Lehre neu zu deuten. Der Einfluß auf andere buddhistische Länder sowie die Wechselwirkung mit ihnen sind im Zuge dieser Entwicklung unübersehbar.

 

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