Carsten Koch, Jordan/Iardna - Heiliges Wasser der Mandäer", in: ZfR 8, 2000, 163-192.

In der mandäischen Religion bilden Wasserriten das Zentrum fast aller ihrer religiösen Handlungen. Bei dem Betrachtenden entsteht so der Eindruck, daß Wasser im mandäischen Religionssystem von besonderer Bedeutung ist. Der Artikel zeichnet diese Besonderung von Wasser im mandäischen Kult, in ihrer Lehre und in ihrem Gemeinschaftsleben nach. Es zeigt sich, daß im gnostisch-dualistischen Religionssystem der Mandäer dem guten, lebendigen und heilbringenden Wasser, das aus der Lichtwelt kommt, kontrastiv das schlechte, abgeschnitten-tote und darum tötende Wasser der Finsterniswelt gegenübergestellt wird. Zwischen beiden Potenzen bewegen sich die Mandäer und werden von ihnen bewegt. Wasser gereicht ihnen so zum Heil beziehungsweise zum Unheil. Die Beschreibung dieser religiösen Erscheinung greift zurück auf die religiösen Quellen des Mandäertums, auf Berichte von Religionsforschenden und auf die Forschungsliteratur. Leitend für die folgende Darstellung ist ein religionssystematisches Erkenntnisinteresse, das zur abschließenden religionswissenschaftlichen Benennung von Jordan/Iardna als 'heiliges Wasser' führt. Religionshistorische Aspekte werden lediglich mitgeteilt, sofern sie das Verständnis der systematischen Zusammenhänge fördern.

 

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