Ina Wunn, "Religion und steinzeitliche Kunst. Die Höhlenmalerei als Spiegel der jungpaläolithischen Geisteswelt", in: ZfR 8, 2000, 193-211.

Die bisher geläufigen Auffassungen, die Bilderhöhlen des Jungpaläolithikums dokumentierten ein frühes Kultgeschehen oder differenzierte religiöse Vorstellungen, werden einer Revision unterzogen. Die Diskussion der archäologisch nachgewiesenen Fakten auf der Basis kunstgeschichtlicher Methoden macht deutlich, daß die Interpretation der jungpaläolithischen Bildmotive so nicht möglich ist. Nachdem bereits von seiten der Bewußtseinspsychologie erhebliche Zweifel an den bisherigen Deutungen geäußert wurden, liefert nun die Verhaltensforschung überzeugende Erklärungen für die Motivwahl der Jungpaläolithiker. Demnach sind die Bilder der Höhlenmalerei als spontanes, künstlerisches Verarbeiten von Emotionen, als Abbilder von Referenzschemata und als eine Form von menschlicher Kommunikation zu identifizieren.

 

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