Udo Mischek, "Friedrich Rudolf Lehmann (1887-1969)" , in: ZfR 9, 2001, 205-216.

In diesem Beitrag soll versucht werden, den Lebensweg und den wissenschaftlichen Werdegang des Leipziger Ethnologen und Religionswissenschaftlers Friedrich Rudolf Lehmann nachzuzeichnen. Lehmann, dessen Studium in die Zeit des deutschen Kaiserreiches fiel und der seine wissenschaftliche Karriere in der Weimarer Republik fortführte, sollte aber erst unter der Herrschaft des Nationalsozialismus - zumindest formal - für seine Mühen belohnt werden. Wenn auch der Professorentitel, den er verliehen bekam, nur der eines »außerordentlichen« Professors war und Lehmann weiterhin außerhalb der Universität sein Brot verdienen musste, war ihm doch eine Anstellung am Institut für Völkerkunde zugesichert worden. Lehmann gehörte in der Religionswissenschaft der damaligen Zeit zu einem der wenigen, die auch soziologische Standpunkte in ihrer Arbeit berücksichtigten und zwischen den Disziplinen Religionswissenschaft und Völkerkunde vermittelten. Ebenso gilt es hervorzuheben, dass Lehmann einer der schärfsten Kritiker der sich etablierenden Religionsphänomenologie war.

 

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