Manfred Hutter, "Die frühe manichäische Mission unter Buddhisten im Ostiran", in: ZfR 10, 2002, 19-32.

Einer der ersten Schüler Manis, Mar Ammo, gehörte im dritten Viertel des 3. Jahrhunderts u. Z. zu den wichtigsten Missionaren des Manichäismus im Osten Irans, vor allem in Parthien und in der Margiane. In seinem Bemühen, den Manichäismus zu verbreiten, traf er in diesem Raum sowohl auf Zoroastrier, aber auch bereits auf Buddhisten. Als Konsequenz und in Nachahmung solch früher Kontakte zwischen Manichäismus und Buddhismus haben nachfolgende Manichäer im Ostiran bewusst buddhistische Ideen und Konzepte aufgegriffen, einerseits um dadurch Buddhisten für ihre Religion zu gewinnen, andererseits aber auch, um sich durch ein solches "buddhistisches Kleid des Manichäismus" zugleich vom Zoroastrismus und von den politischen Emissären des Sasanidenreiches abzusetzen. Während der Zoroastrismus nämlich auf Iraner beschränkt blieb, dienten die Anleihen am Buddhismus einer weiteren Universalisierung des Manichäismus, die diese Religion schon seit der Verkündigung Manis charakterisierte.

 

© 2006 | www.zfr-online.de