Karsten Lehmann, "Jugendsatanismus und Jugendkultur. Zu den Formen der Vergemeinschaftung von jugendlichen Satanisten", in: ZfR 11, 2002, 87-106.

Der Beitrag Jugendsatanismus und Jugendkultur nimmt seinen Ausgang bei zwei Fragen der aktuellen religionssoziologischen Debatte: Inwieweit lassen sich die Entwicklungen innerhalb der neuen religiösen Bewegungen über die Veralltäglichung von Charisma charakterisieren? Inwiefern sind mit den neuen religiösen Bewegungen eigenständige Formen religiöser Vergemeinschaftung entstanden? Beiden Fragen wird am Beispiel des Jugendsatanismus nachgegangen. Im Mittelpunkt steht die Fallanalyse eines zum Zeitpunkt des Interviews 16-jährigen Mittelschüler aus den Neuen Bundesländern. Die Auseinandersetzung mit diesem Fall führt zu dem Ergebnis, dass der Rückgriff auf informelle Netzwerke beziehungsweise persönliche Kontakte unter jugendlichen Satanisten eine feste Organisation unnötig macht. Ein satanologischer Kern ist für die Jugendlichen weder bedeutsam noch wird er von ihnen erwünscht. Der Bezug auf die jeweils neusten Entwicklungen der Jugendkultur ermöglicht gleichzeitig eine anhaltende Veränderung, sowie eine jeweils neu einsetzende Charismatisierung der eigenen Vorstellungen. Der so beschriebene Prozess kann als popkulturelle Charismatisierung bezeichnet werden.

 

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