Ausgehend von der Tatsache, dass in der chinesischen Religionsgeschichte der Buddhismus immer wieder als »fremdes« Element kritisiert wurde, wird am Fallbeispiel der Entwicklung und der Instrumentalisierung eines religiös-polemischen Textes - dem von den Daoisten ab etwa dem 3. oder 4. Jahrhundert propagierten "Klassiker der Bekehrung der Barbaren durch Laozi" - die Frage nach dem Gewaltpotenzial religiöser Polemik, vor allem vor dem Hintergrund der starken Abhängigkeit religiöser Institutionen von der Staatsgewalt im mittelalterlichen China, gestellt. Es zeigt sich, dass inklusivierende rhetorische und narrative Strategien und die damit verbundene Polemik und buddhistische Gegenpolemik den Streit um den Text in einem solchen Maße bestimmt haben, dass es unter der Mongolenherrschaft schließlich zu einem völligen Verbot desselben kam.
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