Frank Neubert, "Übergänge. Tod und Sünde bei Robert Hertz im Kontext durkheimianischer Religionssoziologie", in: ZfR 12, 2004, 61-77.

Wenn in der religionswissenschaftlichen Diskussion von Übergängen die Rede ist, denkt man für gewöhnlich zuerst an Autoren wie Arnold van Gennep oder Victor Turner, die mit ihren Studien die Theorie von rites de passage entscheidend geprägt haben. Dieser Aufsatz behandelt einen Theoretiker, dessen Werke auch als Beiträge zur Erforschung von Übergängen gelesen werden können: den Durkheim-Schüler Robert Hertz. Anhand der von ihm behandelten Fälle "Tod und Sünde" liegt hier eine Theorie von Übergängen vor, die sich in einigen zentralen Punkten von den Arbeiten van Genneps und Turners unterscheidet. Ziel dieses Aufsatzes ist es, diese Unterschiede herauszuarbeiten und sie im Rahmen "durkheimianischer" Religionstheorie und ihrer Interpretation im Collège de sociologie zu beleuchten. Außerdem lässt sich zeigen, dass und wie Hertz die Polarität sacré - profan auf das Verhältnis Individuum - Gesellschaft überträgt.

 

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