Buchbesprechungen

Ulrich Lüke; Jürgen Schnakenberg; Georg Souvignier (Hg.), Darwin und Gott. Das Verhältnis von Evolution und Religion, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2004, 189 S., ISBN 3-534-17535-2, € 39,00

Der Titel dieses Sammelbandes, der aus einem Symposium der Stiftung "Theologie und Natur" im Jahr 2002 hervorgegangen ist, erweist sich als irreführend. Nicht eine historische oder kulturwissenschaftliche Aufarbeitung des Verhältnisses von Darwinismus und Religion erwartet den Leser, sondern acht Beiträge zu der Frage, ob das Verhältnis von Religion und Evolution "koproduktiv, kontraproduktiv oder unproduktiv" sei.
Der Neurobiologe Wolfgang Walkowiak und die Soziobiologen Eckart Voland und Caspar König stellen einige gängige Modelle ihrer Fachwissenschaften vor, um religiöses Erleben bzw. die Funktion von Religion im evolutiven Selektionsprozess zu erklären. Als innovativ sticht der Beitrag des Evolutionspsychologen Harald A. Euler hervor, der Religion als ein signifikantes Merkmal für die sexuelle Selektion bestimmt - Religion sei ein "Fitness-Indikator". Ulrich Lüke (katholische Theologie), Matthias Kröger (evangelische Theologie), Wolfgang Gantke (Religionswissenschaft) und Günther Pöltner (Philosophie) warnen in ihren Beiträgen hauptsächlich vor einem naturwissenschaftlichen Reduktionismus auf reine Nützlichkeitskriterien, denn Religion sei kein Epiphänomen.
Die Mehrheit der Autoren setzt die Gegensätzlichkeit von Darwinismus und Religion als Ausgangspunkt ihrer Überlegungen voraus und lässt dabei außer Acht, dass neben dem viel zitierten fundamentalistischen Kreationismus in der englischsprachigen Theologie und Philosophie eine große Anzahl von religiösen, teils christlichen, positiven Rezeptionen des Darwinismus bestehen (u. a. Gray, T. Huxley, Fiske). Lediglich Gantke kritisiert diese polarisierende Eurozentrik der Fragestellung und verweist auf Denker wie Whitehead, Aurobindo und Teilhard de Chardin. Ein Rückblick auf die differenzierten Positionen zeitgenössischer deutscher Theologen wie Wasmann, Wobbermin und Strauß gegenüber dem Darwinismus hätte den geisteswissenschaftlichen Beiträgen einige Redundanzen erspart. Wenn auch Kröger, Gantke und Pöltner die Reflektion des eigenen Vorverständnisses anmahnen, so scheinen die Naturwissenschaftler trotz des interdisziplinären Gespräches mit einem unreflektierten, christlich fundierten Religionsbegriff zu operieren, der dann teilweise eine universale Geltung beansprucht. Die Geisteswissenschaftler wiederum berücksichtigen kaum die teleologischen Implikationen des von ihnen vorausgesetzten Evolutionsbegriffes. Die provokante Frage, ob die kulturelle bzw. religiöse Evolution gegenläufig zu den reinen Effizienzkriterien der biotischen Evolution sei (J. Huxley) wird leider völlig ausgeklammert. Das Lesevergnügen wird durch die unzureichende Arbeit des Lektorats gemindert.

Oliver Krüger, Heidelberg
 

Peter Schalk; Max Deeg; Oliver Freiberger; Christoph Kleine (Hg.), Religion im Spiegelkabinett. Asiatische Religionsgeschichte im Spannungsfeld zwischen Orientalismus und Okzidentalismus,Uppsala: Universitet 2003 (= Acta Universitatis Upsaliensis. Historia Religionum 22), 410 S., ISBN 91-554-5620-0, € 68,00

Edward Saids Orientalism löste mit seinem Erscheinen im Jahr 1978 eine lebhafte Debatte in den Humanwissenschaften aus. Literatur- und Regionalwissenschaften, Politik- und Geschichtswissenschaft, Ethnologie und Philosophie befassten sich mit der These Saids, wonach der 'Orient' ein machtvolles Konstrukt sei, das der Identitätsbefestigung eines überlegenen Europa dienen und dessen Hegemonieansprüche rechtfertigen solle. Die Religionswissenschaft fühlte sich - rätselhafterweise - lange Zeit nicht provoziert. Erst 1999 wurde durch Richard King (Orientalism and Religion. Postcolonial Theory, India, and 'The Mystic East') eine detaillierte Auseinandersetzung mit Saids Thesen im Feld der Religionswissenschaft angestoßen. 25 Jahre nach Erscheinen von Orientalism setzt nun auch im deutschsprachigen Raum die religionswissenschaftliche Said-Rezeption ein. Dies ist das Verdienst des Arbeitskreises Asiatische Religionsgeschichte (AKAR), der zwei Tagungen initiierte, deren Erträge in dem vorliegenden Band ediert sind.
Saids Orientalismus-Konzept wird einleitend von Max Deeg um das eines Okzidentalismus, Auto-Orientalismus und Auto-Okzidentalismus erweitert. Die Mehrzahl der Autorinnen und Autoren versteht demzufolge die Herausforderung der Orientalismus-Debatte im gelehrten Aufdecken von wissenschaftlichen Fremd- und Eigenbildkonstruktionen im Feld asiatischer Religionen: der japanische Buddhismus in den Jesuitenbriefen im 16. Jh. (K. Sindemann); der 'protestantische Blick' auf den Amida-Buddhismus (C. Kleine); Selbstbehauptungsdiskurse im gegenwärtigen Japan (I. Prohl); zur Rezeptionsgeschichte eines Schamanismus-Begriffs in Korea (D. Eikemeier); europäische und indische Überformungen jinistischer Gelehrsamkeit (C. Emmrich).
Das Offenlegen von Wahrnehmungstraditionen und Stereotypen im Spannungsfeld 'Orient' und 'Okzident' ist wertvoll, gerade im Bereich der Religionsgeschichte. Das hierbei demonstrierte Vertrauen in die okzidentale Wissenschaft, die "Wahrheit" letztendlich immer ans Licht zu bringen, "Fehl"-wahrnehmungen offen zu legen, Stereotypen zu entlarven, ist verdächtig. Eine zentrale These von Said lautet schließlich auch: Wissenschaft ist stets interessengeleitet und machtorientiert. Zu kurz kommt m. E. die Auseinandersetzung mit dem Begriff 'Diskurs' und speziell mit Macht-Diskursen im epistemologischen und kulturellen Feld. Foucault und Gramsci, beide Denker sind zentrale Bezugsgrößen für Said, bleiben weitgehend unerwähnt.
Weiterführend in Richtung einer 'postcolonial theory', die u. a. Saids Arbeiten voraussetzt, sind indes die Beiträge von Karénina Kollmar-Paulenz (Zur europäischen Rezeption der mongolischen autochthonen Religion und des Buddhismus in der Mongolei), Sven Trakulhun (Orientalismus, Okzidentalismus und asiatische Religionsgeschichte) und Annette Wilke (Der vedische Weltbürger). Kollmar-Paulenz zeigt, dass 'Orientalismus' kein spezifisch europäisches, sondern ein globales Konzept darstellt. Sven Trakulhun erläutert am Beispiel der Geschichtsschreibung Siams, wie nicht-europäische Differenzwahrnehmung zu einer besonderen hermeneutischen Herausforderung wird. Annette Wilke macht am Beispiel der Internationalisierung einer orthodoxen indischen Gelehrtentradition deutlich, dass sich jenseits hegemonial zementierter Machtfelder translokale 'Zwischenräume' eröffnen, in denen durch interkulturelle Interaktionsaktionsprozesse orientalistische Festschreibungen unterlaufen werden können. Sichtbar wird der Brückenschlag zu Appadurai's Konzeption von Enträumlichung, zu Spivaks Betonung von Heterogenität, und zu Bhabha's Idee eines 'dritten Raumes', in dem 'Macht' zur Verhandlungssache werden kann.
"Religion im Spiegelkabinett" liefert damit, ungeachtet genannter kritischer Einwände, wichtige Impulse für eine weitergehende Beschäftigung der Religionswissenschaft mit postkolonialen Theorieansätzen.

Peter J. Bräunlein, Marburg
 

Johanna Pink, Neue Religionsgemeinschaften in Ägypten. Minderheiten im Spannungsfeld von Glaubensfreiheit, öffentlicher Ordnung und Islam (Kultur, Recht und Politik in muslimischen Gesellschaften 2), Würzburg: Ergon Verlag 2003, 485 S., ISBN 3-89913-274-2, € 47,00

Die Bonner islamwissenschaftliche Dissertation eröffnet differenzierte Einblicke in die bisher unerforschte Situation mehrerer Neuer Religionen (Baha'i, Ahmadiyya, Jehovas Zeugen, Sieben-Tags-Adventisten, Mormonen, mehrere kleine lokale Gemeinschaften) im gegenwärtigen Ägypten, deren Status zwischen Verfolgung, Verbot, Duldung sowie Anerkennung als Kirche schwankt. Die Perspektive ist bestimmt von der politisch-juristischen Frage nach Glaubens- bzw. Religionsfreiheit, was anhand rechtlicher Konflikte und Äußerungen der öffentlichen Meinung, besonders in der Presse, überprüft wird. Der methodische Zugang ist islamwissenschaftlich deskriptiv. Der theoretische Rahmen enthält zwar Bezüge zur Religionswissenschaft, jedoch bewusst ohne deren Diskursen zu folgen, insbesondere bei der Definition einer "neuen Religionsgemeinschaft" (S. 14 f.): Der in der Religionswissenschaft gebräuchliche Terminus "Neue Religionen" wird verworfen, weil er der Autorin zufolge verstärkt für Bewegungen aus den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts angewandt würde; eine sozialwissenschaftlich geprägte Definition (Kehrer) abgelehnt, weil sie zu unspezifisch erscheint. Die Autorin möchte mit dem von ihr gewählten Rahmen dagegen besonders die Gemeinschaften erfassen, die aus großen Religionen seit dem 19. Jahrhundert neu hervorgegangen sind und von diesen - in diesem Fall den religionspolitisch prägenden Muslimen und Christen - nicht anerkannt werden. Für die fachinterne Debatte ungewöhnlich ist auch der Umgang mit dem Sektenbegriff, der zunächst zwar als pejorativ abgelehnt, im Schlussteil dann aber in Anlehnung an westliche sozialpolitische Debatten als eine Bewertungskategorie des Umgangs (Antisektendiskurs) mit den genannten Religionen wieder eingeführt wird (S. 404 f.), wobei ein "unabhängiger" Begriff wie "Sekte" oder engl. "cult" im Arabischen vermisst wird. Dies ist angesichts der zugrunde liegenden arabischen Terminologie kaum nachvollziehbar und macht besonders deutlich, dass sich eine Wahl der Übersetzung vor allem auch an den eigenen Reflexionen über Religionen, Neue Religionen und "Sekten" bemisst. So beruht der Wert der Studie vor allem auf der Fülle religionshistorischen Materials, das aus zahlreichen aktuellen Medien wie Rechtsgutachten (fatawa), Pressemeldungen und Internet zusammengetragen wurde sowie auf Interviews und z. T. Teilnehmender Beobachtung fußt.

Bärbel Beinhauer-Köhler, Bad Homburg
 

Klaus Harpprecht, Harald Poelchau. Ein Leben im Widerstand, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 2004, 251 S., ISBN 3-498-02060-X, € 19,90

Der Journalist und Publizist Klaus Harpprecht beschreibt in diesem Buch den Lebensweg des evangelischen Theologen Harald Poelchau (1903-1972), der während des Dritten Reiches in Berlin als Gefängnispfarrer wirkte und in dieser Eigenschaft auf vielfältige Weise mit dem Widerstand gegen das Nazi-Regime verbunden war. Das Buch ist keine abgehoben-akademische Biographie; es ist mit großem Engagement geschrieben und trägt stellenweise die Züge einer regelrechten Hagiographie. Dokumente aus der Feder von Harald Poelchau, vor allem aber Briefe aus dem großen Freundeskreis und dem Kreis derer, denen er und seine Frau - in letzter Konsequenz - unter Einsatz ihres Lebens geholfen haben, bilden den Grundstock der Darstellung. Harpprecht schildert Poelchaus Bekanntschaft mit Jochen Klepper, die in das gemeinsame Theologiestudium in Breslau zurückreicht; er beschreibt die Begegnung mit Dietrich Bonhoeffer, den Poelchau während der Haft in Tegel fast täglich besuchte; die Mitglieder der so genannten "Roten Kapelle" stehen für die zahlreichen Gefangenen, die ihren Widerstand aus kommunistischen Idealen herleiten und denen Poelchau ebenfalls in helfender Solidarität zugetan war. Zum Kreisauer Kreis um Helmuth James Graf Moltke hatte Poelchau schon längst Verbindung; seine Position als Gefängnisseelsorger ermöglichte ihm nach der Verhaftung der wichtigsten Mitglieder, den Kontakt zwischen ihnen und ihren Familien aufrechtzuerhalten. Harpprecht zeichnet Poelchaus Biographie auch in der Nachkriegszeit nach, vor allem seine Tätigkeit in der Justizverwaltung der Sowjetischen Besatzungszone - eine Tätigkeit, die mit den sich konstituierenden Machtverhältnissen in der DDR ein Ende fand und Poelchau in den Kirchendienst, nunmehr in West-Berlin, zurückkehren ließ.
Von besonderem Interesse für den Religionswissenschaftler sind die frühen Phasen in der Biographie von Harald Poelchau, die wegen der Fokussierung auf seine Tätigkeit als Gefängnisseelsorger in Berlin aber nur beiläufig gestreift werden. Zu nennen ist hier vor allem seine Begegnung mit Wilhelm Jakob Hauer und dem "Köngener Bund", zu dem er während seines Studiums in Tübingen im Jahre 1922 stieß und in dessen Rahmen er auch seine spätere Frau Dorothee, eine Pfarrerstochter, kennen lernte. Wann und wie sich Poelchau und seine Frau von Hauer und dessen Bewegung entfernten, wird nicht untersucht. Dass jenes Buch von Rudolf Otto, das den jungen Theologiestudenten zu Beginn seines Studiums nachhaltig beeindruckt hat, nicht "Die Heiligen" behandelt (so S. 40), sei nur am Rande vermerkt.

Ulrich Vollmer, Bonn
 

Melanie Miehl, Der Islam. Die 100 wichtigsten Daten, Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus 2004, 144 S., ISBN 3-579-01391-2, € 8,95

Ein neues einführendes Buch zum Modethema Islam: ist es nützlich oder überflüssig? Die Autorin will in kleinen "Momentaufnahmen" Ereignisse und Persönlichkeiten vorstellen, die exemplarisch für die jeweilige Zeit stehen. Eine Zeittafel zu Beginn und ein Stichwort- und Personenregister am Ende helfen beim Einstieg. Das Buch lässt sich also zum Nachschlagen benutzen. Da die 100 Artikel chronologisch geordnet sind, lassen sie sich aber auch nacheinander lesen als eine stichwortartige Geschichte des Islam. Der eilige Leser erhält zu Beginn eines jeden Artikels in ein oder zwei Sätzen eine Kurzinformation. Soweit zu den Formalia.
Inhaltlich wird Standardwissen geboten, aber auch Unerwartetes (1076: Papst Gregor VII. schreibt einem Sultan; 1219: Der heilige Franz; 1389: Die Schlacht auf dem Amselfeld; 1798: Napoleon in Ägypten; einige Artikel zur Entstehung der Bahai; der Völkermord an den Armeniern; Salman Rushdie; Usama Bin Laden). Indien kommt noch in den Blick, Zentralasien und Südostasien mit ihren großen muslimischen Bevölkerungen jedoch nicht, auch nicht Schwarzafrika. Insgesamt ist der Ton erfreulich objektiv und auf dialogisches Miteinander ausgerichtet, so wenn über die Muslimbruderschaft oder den Zentralrat der Muslime in Deutschland berichtet wird. Für wen also ist das Buch empfehlenswert? Impulse für den Religionsforscher will und kann es nicht bieten, wenn auch manchmal vergessene Ereignisse ins Bewusstsein geholt werden. Ein Büchlein zum Memorieren wichtiger Ereignisse also? Warum nicht? Eher noch scheint es mir für Studierende geeignet, die einen einprägsamen Überblick über die Geschichte des Islam gewinnen und damit andere Einführungen, die mehr die islamischen Glaubensinhalte, die Gründungsphase und einige Fragen der Orthopraxie behandeln, ergänzen wollen. Darüber hinaus ist es für den akademischen Gebrauch unzureichend, da eben nur stichwortartige Informationen geboten werden und es keine Literaturangaben gibt, die weiterführen könnten.

Wassilios Klein, Bonn
 

Gabriella Gelardini; Peter Schmid (Hg.), Theoriebildung im christlich-jüdischen Dialog. Kulturwissenschaftliche Reflexionen zur Deutung, Verhältnisbestimmung und Diskursfähigkeit von Religionen, Stuttgart: Kohlhammer 2004, 190 S., ISBN 3-17-018353-2, € 17,00

Der Titel klingt viel versprechend und nach hohem Reflexionsniveau. Die Aufsätze eines Symposions der Uni Basel entwerfen zum größten Teil mit Praxisperspektive kultur- und religionswissenschaftliche Leitideen für die Kohabitation von Christentum, Judentum und "Euro-Islam" (C. Leggewie), aber auch neueren religiösen Strömungen. Wege moderner religiöser Vielfalt werden in Kenntnis der religionswissenschaftlichen Debatten zu Sinn und Unsinn eines Religionsbegriffs erwogen.
Konzepte, die andere als Analyse von Gegenwart erachten, reflektiert der Religionswissenschaftler K. Hock als Muster derzeitiger Aushandlungsprozesse. Auf dieser kultur-/religionswissenschaftlichen Metaebene (in dem Band weitgehend austauschbar!) gründet z. B. der "Dialog" mit seinen Prozessen von Selbst- und Fremdreferenz für manche Partner erst die Selbstsicht, eine "Religion" zu sein! Ebenso ist die kulturell-regionale Einbindung von Religion nicht einfach Hintergrund, sondern zentraler Gegenstand manches Dialogs mit dem Effekt seiner Hybridisierung und Kulturalisierung religiöser Selbstsichten. Wenn Religion ein diskursiv geschaffenes, kulturelles System ist, geht die Religionsforschung mit Lebensgrundlagen und Überlebensfragen um. Hock prophezeit daher, man trete an sie immer häufiger als an eine "angewandte Zukunftswissenschaft" (S. 66) heran.
Neben diesem interessantesten Beitrag herrscht der Tenor vor, auch nicht kirchlich verfasste Religionsgemeinschaften im (deutschen) Recht gleichzustellen, was teils mit eher abstrusen Prognosen wie intensiverer Volksfrömmigkeit und individuellerer Spiritualität verbunden ist (Leggewie, S. 80).
D. E. Oakman unterscheidet zwischen Kultur und Gesellschaft: Kultur ist der Projektionshorizont gesellschaftlicher Vorstellungen. Nimmt man zu diesem kollektiven Imaginären das Bild einer noch nicht in gesellschaftliche Subsysteme ausdifferenzierten Antike hinzu, so wird Oakmans Verständigungsvorschlag für den christlich-jüdischen Dialog verständlich: Man sei sich heute im Imaginären näher als zu dem Imaginären des eigenen Ursprungs. Ob diese aufgewiesene kulturelle Nähe (s. a. W. S. Campbell, S. 167) in der Praxis taugt, steht zu bezweifeln, ist doch die Vergangenheit einer religiösen Gruppe wesentlich Traditionsbildung und weniger geschichtswissenschaftliches Panorama. E. W. Stegemann schlägt die antike Religionszugehörigkeit dem Ethnizitätsdiskurs zu. Auch das Christentum identifiziere sich als Volk. Warum gerade diese Konformität die "Erfindung der Religion" sein soll, wird nicht deutlich. Neben diesen machen weitere religionsgeschichtliche und exegetische Beiträge zu historischen Relationen von Juden- und Christentum (E. Beck-Gernsheim, A. Destro/M. Pesce, Campbell, D. Mendels) den Band unbedingt lesenswert!

Anne Koch, München
 

Karl-Heinz Golzio, Basiswissen Judentum, 2. Aufl., Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus 2004, 96 S., ISBN 3-579-00651-7, € 6,95

Der vorliegende Band will nach eigener Aussage "einen bescheidenen Beitrag dazu leisten, die jüdische Religion in ihren Grundzügen darzustellen". Von vornherein erhebt der Autor nicht den Anspruch auf Vollständigkeit.
Das Buch behandelt zunächst auf 25 Seiten die "Grundlagen", wozu Themen wie Glaube, heilige Schriften, das Verhältnis zu den Christen, Glaubensrichtungen, der Zionismus, der Holocaust und der Staat Israel gerechnet werden. Die folgenden zehn Seiten sind der Lebenspraxis (Jüdische Gemeinde, Sabbat, Erzähltradition und Humor) gewidmet. Daran schließt sich ein sechzehnseitiger Überblick über die Feste an. Den Abschluss des Buches bildet eine achtzehnseitige Darstellung jüdischer Persönlichkeiten (u. a. Moses Maimonides, Schabbetai Zevi). Der Anhang enthält einen Überblick über den jüdischen Kalender, eine kurze Chronik der jüdischen Geschichte, ein Glossar sowie Hinweise auf weiterführende Literatur.
Der inhaltliche Überblick zeigt, dass zwar wesentliche Grundlagen des Judentums behandelt werden, jedoch auch vieles fehlt. Manches hätte man demgegenüber kürzer behandeln können, einiges weglassen (Erzähltradition und Humor) und anderes mehr ausführen sollen. Spärlich sind die Ausführungen zur jüdischen Mystik, insbesondere wenn man bedenkt, dass diese in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen hat. So vermisst man etwa in dem Abschnitt über die heiligen Schriften einen Hinweis auf das Buch Sohar, das Hauptwerk der Kabbalah, das für viele Mystiker in der Praxis eine wesentlich größere Bedeutung besitzt als der Talmud.
Sehr undeutlich und teilweise fehlerhaft sind die Ausführungen zu den grundlegenden Quellen der mündlichen Lehre (Mischnah, Talmud, S. 21 f.).
Themen wie der Zionismus oder der Staat Israel sind für einen Überblick über die jüdische Religion sicher relevant, doch wäre es in diesem Zusammenhang notwendig gewesen, die Bedeutung herauszuarbeiten, die dem Land Israel in den religiösen Quellen des Judentums zugeschrieben wird.
Bei der Auswahl der Personen bleibt manches zu hinterfragen. Völlig verfehlt scheint es Schabbatai Zewi dazuzurechnen; zwar haben die Ereignisse um seine Person das Judentum im 17. Jahrhundert erschüttert, aber er selbst hat langfristig keinen unmittelbaren dauerhaften Beitrag zur Fortentwicklung der jüdischen Religion geleistet. Demgegenüber vermisst man etwa für das Mittelalter den Bibel- und Talmudkommentator Rabbi Shlomo Jizchaki (RASHI), für den Ausgang des Mittelalters Rabbi Isaak Luria oder für die Neuzeit den Ba'al Shem Tov, den Begründer des Chassidismus, unter den bedeutenden Persönlichkeiten des Judentums.

Hans-Michael Haußig, Potsdam
 

Constanze von Kroisigk, Der Islam in Frankreich. Laizistische Religionspolitik von 1974 bis 1999, Hamburg: Verlag Dr. Kovac 2000, 340 S., ISBN 3-8300-0186-X, € 89,00

Die heftigen Debatten um die Integration der Muslime in Frankreich, die im März 2003 zur staatlich lange vorbereiteten und unterstützten Gründung des "Conseil français du culte musulman" und im Dezember 2003 zum Verbot aller religiösen Symbole in staatlichen Schulen führte, haben bereits eine lange Vorgeschichte versäumter bzw. unentschiedener Integrationspolitik. Damit hat sich die französische Republik lange schwer getan, da sie von ihrer Verfassung her eben 'nur' gleichberechtigte Bürger kennt und keine Minderheiten.
Krosigks Studie zur "Islampolitik" Frankreichs bezieht sich zwar nur auf die Zeit bis 1999, hilft aber dennoch, die Gründung des staatlich geförderten Islamrats und die Verhängung des Kopftuch-Verbots durch den französischen Innenminister Sarkozy nachzuvollziehen. Krosigk bezeichnet ihre Studie selbst nicht als historische, da sie vor allem die "grundlegenden Tendenzen der politischen Diskussion um den Islam und der Islampolitik" (S. 2) Frankreichs analysiert hat. Dies allerdings durchaus in chronologischen Abfolgen, aber anhand thematisch fokussierter Kapitel wie "Brennpunkte der problematischen Integration", "Der Islam in der öffentlichen Meinung" oder "Der Islam in der politischen Debatte" u. ä. Hierzu hat sie politische Reden und Medienberichte ausgewertet und Interviews mit Politikern geführt. Aus dieser Perspektive stellt sich die Integration der Muslime durchgängig als Problem für die französische Gesellschaft dar.
Leider hat die Kulturwissenschaftlerin Krosigk keine religionswissenschaftliche Perspektive in ihre Arbeit integriert, so dass die Frage nach den Handlungspräferenzen und -zielen 'der' Muslime in Frankreich gar nicht gestellt wurde. Weder hat sie Interviews mit führenden muslimischen Persönlichkeiten oder Vertretern von islamischen Verbänden geführt, noch deren Veröffentlichungen zitiert. So bleibt Krosigk Informationen und Differenzierungen zur internen Entwicklung des Islam in Frankreich schuldig und der Islam erscheint einmal mehr als undurchsichtige, problematische Religion in europäischer Gesellschaft.
Letztlich ist darum auch der Titel des Buches "Der Islam in Frankreich" irreführend; angemessen wäre es gewesen, die Studie "Frankreich und der Islam" zu nennen. Insgesamt stellt das Buch aber viele wichtige Detailinformationen zum Verständnis der Entwicklung des komplizierten Verhältnisses zwischen der laizistischen Republik und dem Islam bereit.

Gritt Klinkhammer, Bremen
 

Marion Meisig, Ursprünge buddhistischer Heiligenlegenden. Untersuchungen zur Redaktionsgeschichte des ????? Chuan4 tsih2 pêh2 yüan2 king1, Münster: Ugarit-Verlag 2003 (= FARG 38), viii + 182 S., ISBN 3-934628-40-0, € 53,00

Die Indologin und Sinologin Marion Meisig untersucht in ihrem Buch die Redaktionsgeschichte des Zhuanji baiyuan jing, einer chinesischen Sammlung von hundert Avadanas (Meisig übersetzt Avadana, m. E. irreführend, mit "Heiligenlegenden"), deren Übersetzung aus dem Sanskrit bzw. Prakrit dem buddhistischen Laienanhänger Zhiqian (3. Jh. n. Chr.) zugeschrieben wird. Durch eine synoptische Gegenüberstellung zweier Legenden des Textes mit dem in Sanskrit überlieferten Avadana4ataka der indisch-buddhistischen Schule der Mulasarvastivadin versucht sie, die redaktionellen Schritte nachzuvollziehen, die zu dem in Band 4 der Taisho-Sammlung überlieferten Text führten. Ihr Ziel ist es, "durch den Vergleich der chinesischen und der Sanskritversion nachzuweisen, daß es sich bei der chinesischen Fassung um eine Kompilation handelt, die während verschiedener Redaktionen entstand" (S. 3). Auf der Grundlage der neutestamentlichen Methodenlehre rekonstruiert Meisig insgesamt vier Textschichten, von denen Stratum I eine Rekonstruktion der urspünglichen Übersetzung Zhiqians ermöglicht, die allein "das hohe Alter von ca. 250 n. Chr. beanspruchen" (S. 3) kann und der eine, vermutlich in Prakrit verfasste, lose Sammlung von Legenden unbekannter Zahl zugrunde lag.
Meisig beeindruckt durch ihre philologische Kompetenz, und sie bewegt sich mit ihrer Arbeit an der für die Buddhismusforschung überaus wichtigen Schnittstelle zwischen indischem und chinesischem Buddhismus. Religionwissenschaftler, die außerhalb dieses Forschungsbereichs tätig sind, dürfte die Lektüre des Buches allerdings überfordern. Ohne Grundkenntnisse in Sanskrit und Chinesisch ist der Text kaum mit Gewinn zu lesen. Dabei ist Meisigs Vorgehen, in dem sie sprachwissenschaftliche Analysen, neutestamentliche Formgeschichte und Erzählforschung miteinander vereint, von allgemeiner methodologischer Relevanz für eine textorientierte Religionsforschung. Ihre Fragestellung ist jedoch fast ausschließlich für Spezialisten interessant. Meisig beansprucht tatsächlich kaum mehr, als eine solide Grundlage für weiterführende Forschungen zum Avadana4ataka zu liefern, deren vier sie im "Ausblick" anregt. Von diesen vier ist lediglich der dritte Forschungsansatz von allgemeinem religionswissenschaftlichem Interesse, insofern hier der Frage nach der "legenden- und märchentypologischen Verbreitung von Stoffen und Motiven aus China und Indien [...] auf ihrem Weg in andere Kulturkreise" nachgegangen wird und so Erkenntnisse "über das jeweilige Stadium der buddhistischen Lehre, die Praxis der Missionstätigkeit, Vorlieben, Neuerungen und die Einflüsse bestimmter Zeitströmungen" (S. 155) erlangt werden könnten. Indologen, Sinologen und Buddhologen ist Meisigs Buch uneingeschränkt zu empfehlen, Religionswissenschaftlern nur dann, wenn sie in dem fraglichen Bereich arbeiten oder sich mit den Methoden einer sauberen philologischen und formgeschichtlichen Textanalyse anhand eines konkreten Beispiels vertraut machen wollen.

Christoph Kleine, Leipzig
 

Bassam Tibi, Der neue Totalitarismus. "Heiliger Krieg" und westliche Sicherheit, Darmstadt: Primus Verlag 2004, 232 S., ISBN 3-89678-494-3, € 19,90

B. Tibi legt in diesem Buch seine Beobachtungen und Einschätzungen des politischen Islam der Gegenwart vor, wobei er sein Augenmerk auf die jüngste Zeit zwischen dem 11. September 2001 und April 2003 richtet. Wie in früheren Publikationen lässt auch dieses Buch Tibis Option für eine "Islamologie" (mit gelegentlicher - überflüssiger - Polemik gegenüber der traditionellen, eher philologisch ausgerichteten Islamwissenschaft) erkennen, worunter er eine sozialwissenschaftliche Erforschung des Islam versteht (vgl. z. B. S. 50).
Eine der Thesen, die sich als roter Faden durch das Buch hindurchziehen, ist die Annahme (S. 115 f.), dass die Rückkehr der Religion in politisierter Form einen neuen Totalitarismus darstellt, wobei im Bereich des Islam diese Politisierung im 20. Jh. mit Sayyid Qutb (1906-1966) begann, von dessen Sichtweise des politisierten Islam auch Osama bin Laden abhängig ist. In Auseinandersetzung mit dieser Art des islamischen Totalitarismus formuliert B. Tibi auch eine weitere These bzw. Handlungsmaxime, nämlich "Toleranz dem Islam, wehrhafte Demokratie dem Islamismus" (S. 103, 176). Islamismus oder (Neo)-Djihadismus ist dadurch gekennzeichnet, dass er die Regeln, die der Koran für die Anwendung des kriegerischen Djihad (vgl. auch S. 110 f.) voraussetzt, unberücksichtigt lässt. In dieser Form wird Djihadismus als arabischer Export nicht nur nach Afghanistan und Tschetschenien, sondern auch nach Südostasien gebracht, wie Anschläge auf Bali, auf den Philippinen und in Jakarta zeigen. Um den Djihadismus einzudämmen, sind zwar rechtsstaatliche Standards vom Westen zu wahren, aber laut Tibi dürfen dabei nötige Abstriche gemacht werden (S. 152), um Djihadisten nicht unter dem Schutz westlicher Rechtsstandards die Möglichkeit zu weiterem Kampf zu geben, ein Vorwurf, den Tibi an mehreren Stellen gegen Deutschland erhebt - sowohl im Zusammenhang mit der Ablehnung einer Beteiligung am Krieg gegen den Irak als auch, weil in Deutschland Diaspora-Muslime in der Moschee-Vereinskultur einen djihadistischen Rückhalt finden können (vgl. z. B. S. 100, 154 f.).
B. Tibis Buch ist einerseits anregend, da er - hierin sehe ich auch den Wert für die Religionswissenschaft - den Zusammenhang zwischen Islam und Politisierung, die als Instrument der totalen Machtentfaltung genützt werden kann, deutlich macht. Dass solche Komponenten in der Erforschung von Religionen (nicht nur des Islam) eine entscheidende Rolle spielen müssen, darf durchaus öfter betont werden. Auch gehört es zu den Stärken des Muslims Tibi (auf sein "Muslim-Sein" weist er mehrfach in dem Buch - mit leicht apologetischer Tendenz - hin), auch die islamische Wahrnehmung westlicher Vorgehensweisen in seine Überlegungen mit einzubeziehen. Andererseits ist das Buch aber auch einseitig, indem Tibi weitgehend Sympathie für viele (nicht alle) Bereiche der US-amerikanischen Vorgehensweise im "war on Terrorism" gegen Afghanistan und im Krieg gegen den Irak zeigt, dabei europäische Skeptiker oder Einwände schnell als Versuche europäischer (deutscher) "Gutmenschen" (S. 132) abkanzelt, die nach Tibis Meinung den Djihadisten in die Hände spielen (vgl. S. 191 ff.). Hier wäre größere Distanziertheit bzw. redaktionelle Abgeklärtheit in der Abfassung des Buches wünschenswert gewesen, das den Eindruck erweckt, manchmal assoziativ und engagiert, aber nicht in letzter wissenschaftlich-methodischer Sorgfalt geschrieben zu sein.

Manfred Hutter, Bonn
 

Anton Quack, Heiler, Hexer und Schamanen. Die Religion der Stammeskulturen, Darmstadt: Primus Verlag 2004, 208 S., ISBN 3-89678-498-6, € 24,90

Eine neue Einführung in die Religionsethnologie war seit längerem wünschenswert. Ältere Einführungen - etwa die von Josef Franz Thiel und Gabriele Weiss - waren und sind immer noch empfehlenswert, lassen jedoch die Berücksichtigung neuerer Forschungsergebnisse vermissen. Jetzt liegt ein neuer ansprechender und gut lesbarer Band vor - besorgt von Anton Quack, Professor für Ethnologie an der philosophisch-theologischen Hochschule SVD in Sankt Augustin. Er ist erschienen im Primus Verlag, der im Jahre 1996 als Tochter der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft in Darmstadt gegründet wurde und inzwischen auch eine Reihe hochwertiger religionswissenschaftlicher Publikationen veröffentlicht hat, die es verdienen, in das Bewusstsein einer größeren Öffentlichkeit gerückt zu werden.
Quack gliedert sein Werk in einen kürzeren theoretisch-systematischen und einen längeren geographisch gegliederten Teil. Er trägt damit der Tatsache Rechnung, dass neben der Herausarbeitung der Gemeinsamkeiten kultureller und religiöser Ausdrucksformen immer auch ihre Vielfalt und ihr Facettenreichtum erkannt werden müssen. Ahnenkult und Opferpraxis, Riten des Jahres und Lebenszyklus, Krankenheilung und Jagdzeremonien, Phänomene wie Schamanismus und Hexerei, Verhaltensregeln und Tabus, Fragen der Kulturbegegnung und des Kulturwandels usw. in Afrika, Asien, Ozeanien und Amerika werden in diesem Band anschaulich zur Darstellung gebracht. Quack schildert Verhältnisse, wie sie bei den betreffenden Völkern heute noch lebendig sind oder zumindest vor einigen Jahrzehnten noch zu beobachten waren. Der vielfältige Reichtum des rituellen Lebens und der religiösen Vorstellungen werden vor dem Hintergrund der Geschichte und Kultur der betreffenden Völker fachkundig beschrieben und gedeutet. Ein Glossar am Ende des Werkes erläutert die wichtigsten Fachausdrücke. Ein Register erlaubt eine schnelle Orientierung.
Der Buchtitel "Heiler, Hexer und Schamanen" kommt einem gewissen Publikumsgeschmack entgegen. Prompt verweist das Internet auf den Band auch bereits im Esoterik-Bereich. Zu Unrecht. Es handelt sich um eine seriöse und (wie man von Quack gewohnt ist) solide Einführung in die faszinierende Welt der Stammesreligionen - geschrieben für ein breites Lesepublikum. Allen Studierenden der Religionswissenschaft und Ethnologie und allen an fremden Kulturen und Religionen Interessierten kann dieser Band zur Einführung empfohlen werden. Um ihm zum Erfolg zu verhelfen, sollte ihn der Verlag zudem in einer preisgünstigeren Taschenbuchausgabe veröffentlichen.

Rainer Neu, Wesel
 

 

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