Religiöse Bewegungen sind keine homogenen Einheiten, auch wenn sie - wie "die" Pfingstbewegung - häufig als solche behandelt werden. Begriffsbildung ist natürlich unumgänglich. Gleichwohl ist es interessant, die innere Differenzierung von religiösen Bewegungen zu untersuchen und deren Gründe zu eruieren. Dazu braucht es ein wissenschaftliches Instrumentarium, welches erlaubt, gesellschaftliche Bedingungen zu religiöser Praxis - besonders zu kognitiven Dispositionen - in Beziehung zu setzen. Am Beispiel der Pfingstbewegung im Guatemala der achtziger Jahre sowie auf dem Hintergrund bourdieuscher Sozialtheorie wird ein solches Instrumentarium skizziert, eine starke Ausdifferenzierung innerhalb der Pfingstbewegung aufgezeigt, und die darin wirksamen nicht-religiösen Faktoren werden sichtbar gemacht.
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