Das Thema enthält eine These, die zunächst staunen lässt: Ausgerechnet die professionellen Funktionäre einer Religion, wie es die Theologen in der Regel im Christentum sind, seien die Akteure einer Religionskritik. Sägen sie sich nicht ihren eigenen Ast ab, auf dem sie sitzen?
Die These, die es gleich zu entfalten gilt, sei zunächst zusammengefasst: Theologen als Intellektuelle schließen sich sozial ab gegen die Laien. Diese soziale Schließung geht parallel zu der zweiten Sozialisation in Gestalt der Lebensführung, der Ausbildung mit dem Erlernen einer Kult- und Diskurs-Sprache, der Kontrolle durch eine zentrale Institution. Die soziale Entfremdung hat zur Folge auch die Möglichkeit und Autorität, "von außen" die lebensweltliche Religion zu kritisieren durch innerweltliche und außerweltliche Kriterien. Zu den innerweltlichen Kriterien zählt die systematische Theo-Logik, mit der sich aus historisch Kontingentem ein logisch sich erschließendes System konstruieren lässt. Transzendenz im räumlichen oder zeitlichen Modus bietet dabei eine außerweltliche ›Unbekannte‹ (im mathematischen Sinne), eine Aussage, die an jeder Stelle die Erfahrungswelt übersteigt und damit in jedem logischen Schluss ein Element enthält, das nicht falsifizierbar ist: Wie ein a priori oder ein unübertreffliches Argument jede Diskussion ausschließt und beendet. Zu fragen ist nach den Bedingungen, unter denen Theologie entsteht und funktioniert; zu fragen ist schließlich, ob es sich um ein spezifisch christliches Phänomen bzw. eines der Europäischen Religionsgeschichte handelt.
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