Pilgerfahrten in Asien und Nordostafrika bilden in diesem Aufsatz das Material für eine vergleichende Untersuchung vor dem Hintergrund einer Literatur, die sich eher auf Europa und Amerika bezieht. Zwei Untersuchungen stehen im Mittelpunkt: die über die "Besuche" bei muslimischen Heiligen in Khorezm, Usbekistan (Kehl-Bodrogi) und eine Pilgerfahrt auf Taiwan, bei dem ein Bildnis der Göttin Mazu verschiedene heilige und durch sie selber geheiligte Orte aufsucht (Ethnographin: Mei-huan Lu). Gemeinschaftserfahrungen und kollektive Emotionen werden unter dem Gesichtspunkt von "communitas" erörtert. Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt jedoch auf den Unterschieden in der Wahrnehmung der Pilgerfahrt durch verschiedne beteiligte Gruppen, sowohl unter den Pilgern selber als unter Organisatoren oder Nutznießern, wie den Repräsentanten der besuchten Orte. In dem Maße, in dem dieser Perspektive nachgegangen wird, betrachten wir Pilgerfahrten als Arenen der Auseinandersetzung.
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