Immer wieder begegnet in der Alltagssprache, aber auch in der Forschung eine unhinterfragte Gleichsetzung von "Martyrium" mit "Selbstopfer" oder es ist die Rede von "Märtyrern", die sich zum "Opfer" gebracht haben. Dagegen wirft der Beitrag einen Blick in die Entstehungszeit der Märtyrerterminologie und stellt heraus, wie differenziert voneinander die beiden Begriffsfelder im antiken Verständnis angenommen werden müssen. Er untersucht anhand früher christlicher Texte, in welchen Zusammenhängen der Hinrichtungstod von Jesusanhängern im zweiten Jahrhundert als "Martyrium" und als "Opfer" beschrieben wird und welche zeitgenössischen Diskurse dadurch entweder affirmiert oder abgelehnt werden. Dabei wird deutlich, wie die christliche Umdeutungsleistung das Verständnis von "Opfer" erweitert und die Verwendung des Begriffs in neuen Kontexten möglich gemacht hat.
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