Christoph Auffarth, "Himmlisches und irdisches Jerusaelm. Ein religionswissenschaftlicher Versuch zur 'Kreuzzugseschatologie' (1)", in: ZfR 1, 1993:1, 25-49.

In diesem ersten Teil des Aufsatzes ist begründet, daß die Religionswissenschaft als eine Kulturwissenschaft auch die christliche Religion analysierend und beschreibend, nicht wertend als ihren Gegenstand wahrnimmt. Von der französischen annales-Schule ist das imaginaire als treibende Kraft der Geschichte herausgestellt; dem gilt die vorliegende Studie zur Eschatologie der Kreuzfahrer, am Beispiel des himmlischen und irdischen Jerusalem. Im ersten Teil ist die Zeit vor den Kreuzzügen untersucht, Adso und die chiliastische Periode des Jahres 1000. Hat sich zu den Kreuzzügen hin hieran etwas entscheidend verändert?
Der zweite Teil, der im nächsten Heft gedruckt werden wird, wendet sich der Frage zu, wozu die Kreuzfahrer sich auf den Weg nach dem irdischen Jerusalem machten, während es Modelle des himmlischen Jerusalem allerorten gab, mehr noch, dem irdischen Jerusalem nicht eine ähnliche eschatologische Rolle als Ort der Wiederkunft des Messias/Christus zugerechnet wurde wie etwa im Judentum. Wie verstanden sich die, die bewußt dort blieben (Ritterorden); wie verstanden sich die, die bewußt nie dorthin gingen (Mönche)?

 

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