Rainer Flasche, "Vom deutschen Kaiserreich zum Dritten Reich. Nationalreligiöse Bewegungen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Deutschland", in: ZfR 1, 1993:2, 28-49.

Das Auftreten nationalreligiöser Bewegungen reicht bis ins ausgehende 19. Jahrhundert zurück. Sie sind unter anderem Folge einer Glorifizierung und Säkularisierung der Begriffe Volk und Nation, wobei romantischer und neo-romantischer Idealismus und Irrationalismus Pate stehen und im Organismus-Modell einen "wissenschaftlichen Überbau" gefunden zu haben scheinen. Vier solcher religiöser Entwürfe werden hier vorgestellt, Jörg Lanz von Liebenfels, Arthur Bonus, Arthur Dinter, Paul Krannhals; auf einige andere wird verwiesen. Immer geht es um die »artgerechte« Religion und deren damit verbundene Reinigung. Trotz geringer Anhängerschaft haben diese Ideen und Bewegungen ein weit verbreitetes Interesse gefunden und bilden so durchaus auch einen Nährboden für nationalsozialistisches Gedankengut, das nicht zuletzt auch religiöse Implikationen besaß.

 

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