Manfred Hutter, "Naturvorstellungen im Zoroastrismus", in: ZfR 1, 1993:2, 13-27.

Da Zarathustra am Ende des 2. Jahrtausends v. Chr. in einer Viehzüchtergesellschaft aufgewachsen ist, lassen schon die ältesten Teile des Avesta die Wertschätzung der Tierwelt (Kamel, Rind, Pferd) erkennen. Dieser Gegebenheit wird in der dualistischen Lehre Rechnung getragen, als die genannten Tiere zu fördern sind. Mit der Verpflanzung des Zoroastrismus nach Westiran findet man zusätzlich zwei neue Komponenten: Aus dem medischen Bereich wird die Wertschätzung des Hundes übernommen, und gleichzeitig kommt es zu einer Orientierung am Ackerbau, so daß Ackerbau zu einer Chiffre für die zoroastrische Religion wird. Dies ist zugleich der ideelle Hintergrund für die Anlage der Paradiesgärten unter den Achaemeniden und Sasaniden, die auch als Abbild des Jenseits gelten. Letztlich resultiert daraus eine Wertschätzung des Lebens in allen Formen bis in die Ethik der heutigen Anhänger der Lehre Zarathustras.

 

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