Wechselbeziehungen zwischen religiösen Debatten und politischen und sozialen Konflikten, und zwar wohl unabhängig von sonstigen kulturellen Konflikten, gelten als selbstverständlich. Bisher ist jedoch im Zusammenhang der Religionsgeschichte Chinas kaum der Versuch unternommen worden, religiöse Debatten im Hinblick auf ein besseres Verständnis sozialer und politischer Wandlungsprozesse zu untersuchen. Dabei spiegelt sich in den Berichten und aufeinander bezogenen polemischen Traktaten, insbesondere in jenen Texten, die sich mit dem Buddhismus auseinandersetzen, wie sie uns aus der Zeit des ersten Jahrtausends nach Christus überliefert sind, der Umbruch einer aristokratisch-oligarchischen Gesellschaft hin zu bürokratisch-zentralistischen Verhältnissen. Bemerkenswert ist nicht nur eine veränderte Beteiligung breiter Bevölkerungsschichten, sondern auch der Wandel in den Formen der Auseinandersetzung und in der Rolle des Hofes bei der Anerkennung von Geltungsansprüchen.
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