Der Beitrag untersucht kultur- und religionshistorische Aspekte des gegenwärtigen politischen Islam (Islamismus) in Algerien. Es geht um den Stellenwert islamistischer Ausdrucksformen des religiös gebundenen Rechtsbewußtseins - einer Dimension des kulturellen Bewußtseins. Erörtert werden unter anderem: Voraussetzungen des politischen Islam in der Rechts- und Verwaltungsgeschichte insbesondere der Kolonialzeit, rechtskulturhistorische Perspektiven der Berberbewegung, stammeskulturelle sozialreligiöse Bewußtseinsbindungen, Aspekte des Reformismus, des Weiterlebens altmediterraner Rechtskulturen sowie der immanenten säkularistischen Rechtslogik im mu'amalat-Teil des islamischen Religionsrechts. Der shari'atrechtlich orientierte, gesellschaftspolitische und politisch-ideologische Islamismus Algeriens zählt zu den besonders signifikanten Beispielen der Bewältigung weltgesellschaftlich- epochaler, regionaler, staatlich-gesellschaftlicher und personaler Konflikte im Horizont religiös gebundener Formen des Rechtsbewußtseins.
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