Seit der Belagerung der Branch Davidians durch die amerikanische Bundespolizei, bei der im Frühjahr 1993 in der Nähe von Waco im Bundesstaat Texas über 80 Menschen ums Leben gekommen waren, dient der Name Waco als Chiffre für die Gefahren, die von apokalyptischen Religionsgemeinschaften ausgehen. Dabei wird vernachlässigt, daß die Polizei durch ihr Vorgehen wesentlich zur Eskalation der Situation beigetragen hat. Dieser Prozeß soll hier auf der Grundlage offizieller Untersuchungsberichte dargestellt werden. Es zeigt sich, daß das Unvermögen der Einsatzkräfte, das religiöse Anliegen der Branch Davidians ernst zu nehmen, zu Entscheidungen führte, die den Zusammenhalt der Religionsgemeinschaft festigte und die charismatische Position ihres Anführers David Koresh stabilisierte.
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