Hans-Joachim Klimkeit, "Die frühe Religion der Türken im Spiegel ihrer inschriftlichen Quellen", in: ZfR 3, 1995, 191-206.

Die zumeist mit Runenschrift geschriebenen alttürkischen Inschriften von der mongolischen Steppe, vor allem vom Orchon-Fluß, sind die frühesten schriftlichen Zeugnisse von Türkvölkern. Diese treten zum ersten Mal in der Mitte des 6. Jh. in das Licht der Geschichte, und sie gründen nacheinander drei türkische Reiche, 1. das Reich der Türküt, das sich in ein Östliches Reich (552-650) und ein Westliches Reich (552-639) gliedert, 2. das "Köktürkische Reich" (679-745) und 3. das Uigurische Reich (744-840). Inschriften sind uns vor allem aus dem 7. und 8. Jh. erhalten. Sie spiegeln noch die ursprüngliche Religion der Türken (zumindest ihrer Herrscher), sprechen aber auch von der Bekehrung des Herrschers Bögü Khan/Tängri Qayan zum Manichäismus im Jahre 762/763. Vor allem die Texte aus vormanichäischer Zeit geben uns einen guten Einblick in das Denken und Brauchtum der alten Türken vor ihrer Zuwendung zu den Weltreligionen. Bemerkenswert ist vor allem die religiöse Geschichtsdeutung in den Inschriften, die das Ergehen des türkischen Volkes mit dem Willen des Himmelsgottes (Tängri) und der Treue zum Khan verknüpfen.

 

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