Den Ausgangspunkt für diesen Beitrag bildet die Frage, wie Ähnlichkeiten von buddhistischem und christlichem Ordenswesen, die bereits bei oberflächlicher Betrachtung ins Auge fallen, religionswissenschaftlich einzuordnen und zu deuten sind. Es wird ein Ansatz aufgenommen, in dem verschiedene Verfahren zur Untersuchung solcher Ähnlichkeiten formuliert werden. Nach der kurzen Betrachtung einer gesellschaftstheoretischen Verfahrensweise konzentriert sich der Beitrag auf zwei Ansätze: einen historischen und einen phänomenologischen Ansatz. Der historische Ansatz geht von einem Einfluß des buddhistischen Ordenswesens auf die Entstehung des christlichen aus und führt Ähnlichkeiten auf diesen Einfluß zurück. Dies wird anhand der angeführten Belege erneut untersucht, wobei festzustellen ist, daß mit Hilfe der untersuchten Belegstellen ein solcher Einfluß nicht nachgewiesen werden kann. Darüber hinaus wäre es nicht möglich, mit diesem historischen Ansatz Ähnlichkeiten späterer Entwicklungsstufen zu deuten. Dies kann ein phänomenologischer Ansatz leisten, der hier als ein dreistufiges Verfahren des phänomenologischen Vergleichs vorgestellt wird. Dieser Vergleich führt zur Entwicklung einer metasprachlichen Begrifflichkeit, mit welcher vergleichbare Tatbestände beider religiöser Kontexte erfaßt werden können.
© 2006 | www.zfr-online.de