Stefan George soll hier als religiöse Gestalt behandelt werden, nicht nur als Künder des Neuen Reiches der Kunst und eines neuen Menschen, der allein durch die Sprache eine neue Welt schafft, sondern als der Gründer dieser neuen Welt und Mittelpunkt der neuen Gemeinschaft. Anhand seines Werkes wird gezeigt, wie aus der Sprache eine neue Weltsicht allmählich entsteht, die Sprache zur Arkandisziplin wird, die - sich steigernd - immer mehr religiöse Untertöne und Färbung emaniert und so das Mysterium schafft. Diese Sprachwerdung läuft parallel zur Entwicklung der Gestalt des Dichters Stefan George, die vom Mysten zum Mystagogen fortschreitet und seine Jünger bis hin zur Verleibung des Gottes und zur Vergottung des Leibes führt. Darüber hinaus wird verdeutlicht, in welcher Vielfalt und in welcher Tiefendimension sein Gesamtwerk nicht nur religiöse Anspielungen und Vorstellungen "übernimmt", sondern auch wo deren religionsgeschichtliche Verortung zu suchen ist.
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