Michael Hochschild, "Was leisten religiöse Bewegungen?", in: ZfR 6, 1998, 65-78.

Will man das neuerdings wiedererwachte gesellschaftliche Interesse an Religion angemessen erklären, muß man die Gleichzeitigkeit von innerkirchlicher Krise und außerkirchlicher Religionsfreundlichkeit mitbedenken können. Das Desiderat der vertrauten Erklärungskonzepte der "neuen Religionsfreundlichkeit" liegt in der Anerkenntnis dieser Ambivalenz. Zentrale These des Aufsatzes ist es, daß die neuen religiösen Bewegungen einen Beitrag zur Erklärung jener hochselektiven "neuen Religionsfreundlichkeit" leisten. Dazu wird einerseits das Webersche Konzept der Massen- und Virtuosenreligiosität herangezogen, und andererseits eine systemtheoretisch inspirierte Argumentation verwendet. Als Ergebnis soll festgehalten werden, daß es infolge jener Bewegungen zu einem Modernisierungsschub von Religion kommt, der sie mit der modernen Gesellschaft strukturell kompatibel macht und eine gesteigerte Inanspruchnahme von Religion nahelegt.

 

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