Ralf Müller, "'Maschiach achschaw!' - Die Erlösungslehren Menachem Mendel Schneersons", in: ZfR 6, 1998, 47-63.

Menachem Mendel Schneerson (1902-1994), Führer des siebten und letzten Rebben der CHaBaD-Chassidim, erwartete die Ankunft des Messias in seiner Generation. Schneerson sieht in dem dichotomischen Kosmos-, Welt- und Menschenbild den Unheils- und Exilszustand des Menschen begründet (Kap. 2.1.). Der Messias wird die gottgewollte Ordnung wieder einsetzen (Kap. 2.2.1.). Erst im Zeitalter der Auferstehung der Toten aber, das auf die Ära des Messias folgt, erreicht der Erlösungsprozeß sein Ziel: Die höchste Offenbarung Gottes und das Ende des dichotomischen Denkens des Menschen (Kap. 2.2.3.). Zwischen diesen beiden Zeitaltern erfolgt individuell im Gan Eden eine Läuterung der Seele (Kap. 2.2.2.). Schneerson erwartet die Ankunft des Messias noch in seiner Generation. Diese Naherwartung leitet er aus der jüdischen Geschichte ab. In politischen wie geschichtlichen Entwicklungen seiner Epoche erkennt er das Wirken des Messias (Kap. 2.3.). Der Messias kann sich erst dann zu erkennen geben, wenn die Menschen den Prozeß des tikkun, bei Schneerson die "Entschleierung" der göttlichen Elemente in der Welt, in ausreichendem Maße vorangetrieben haben (Kap. 3.). Während in der lurianischen Kabbala der tikkun die messianische Erlösung ersetzt, findet in der Eschatologie Schneersons eine Kombination beider Lehren statt (Kap. 4.). Der Tod Schneersons falsifiziert aus Sicht der CHaBaD-Chassidim nicht die Lehre des Rebben, sondern zeigt lediglich, daß der tikkun noch nicht soweit vorangeschritten ist, daß der Messias bereits hätte auftreten können (Kap. 5.).

 

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