Randolf Jessl, "Der russische Strannik. Wissenssoziologische und semiotische Komponenten bei der Konstruktion einer religiös relevanten Sozialfigur", in: ZfR 7, 1999, 35-47.

Am Beispiel eines Forschungsgegenstands aus dem Bereich der russischen Religions- und Ideengeschichte versucht dieser Beitrag zu zeigen: (1.) Religionswissenschaft kann dort fächerübergreifende kulturspezifische Grundlagenforschung leisten, wo sie mit den Mitteln der Wissenssoziologie und Semiotik danach fragt, wie religiöse Bedeutung semantisch konstruiert und zeichenhaft markiert wird. (2.) Die Basis eines religiösen Phänomens ist ein sozialer Sachverhalt, dem religiöse Relevanz verliehen wird. Der Typenbegriff "strannik" bezeichnet zuallererst ein männliches Wesen, das einer räumlich ungebundenen Lebensform anhängt. Ob sich der Begriff der Bedeutung eines frommen Pilgers oder eines gesellschaftlich devianten Landstreichers annähert, ist abhängig vom jeweiligen Kontext.

 

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