Ina Wunn, "Bärenkult in urgeschichtlicher Zeit. Zur religiösen Deutung mittelpaläolithischer Bärenfossilien", in: ZfR 7, 1999, 3-23.

Vorstellungen von einem angeblich im mittleren Paläolithikum verbreiteten Kult, in dessen Mittelpunkt der Bär gestanden haben soll, werden einer Revision unterzogen. Die Diskussion der archäologisch nachweisbaren Fakten macht deutlich, daß die Existenz von Kulthandlungen im Paläolithikum stark bezweifelt werden muß. Der völkerkundliche Vergleich legt überdies nahe, daß erhaltungsfähige Spuren eines solchen Kultes sowohl andere Tierarten betreffen als auch an anderen Orten, nämlich in der Nähe der paläolithischen Siedlungen, hätten gefunden werden müssen. Eine Analyse der Fundsituation unter paläontologischen Gesichtspunkten belegt eindeutig, daß es sich bei den beschriebenen Bärenüberresten um natürliche Fossillagerstätten handelt, die ohne menschliches Eingreifen entstanden sind.

 

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