Werner Vogd, "Dekonstruktion von Religion zum Life-Style oder Neue Religiosität? Eine kritische Studie zur Rezeption des Buddhismus im Westen", in: ZfR 7, 1999, 205-226.

Seit den sechziger Jahren werden zunehmend buddhistische Traditionssysteme in den westlichen Ländern rezipiert. Es stellt sich jedoch die Frage, inwieweit der Buddhismus aus der Perspektive seiner selektiven Rezeption durch seine westlichen Adepten noch als eine Religion im Sinne des von Oevermann rekonstruierten Religionsbegriffs gesehen werden kann. Die genauere Betrachtung der Rezeptionsgewohnheiten "westlicher Buddhisten" zeigt demgegenüber vielfach ein vollkommen anderes Verständnis von religiöser Praxis auf. Anstelle der Hingabe an eine religiöse Praxis mit explizit geforderter Gemeinwohlbindung steht hier oftmals der Wunsch nach Selbstfindung, Selbsterfahrung und Eigentherapie im Vordergrund. In der westlichen Rezeption wird der Buddhismus vielfach dekonstruiert und seines soteriologischen Eigenanspruchs entkleidet. Demonstriert wird dieses Phänomen am Beispiel von Interviewsequenzen deutscher Vipassana-Meditationsschüler.

 

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